Liebe Leserinnen, liebe Leser,
mich ärgert es, wenn die Ausstrahlung amerikanischer Fernsehserien im deutschen TV wieder einmal total die Jahreszeiten auf den Kopf stellt: da ist Sommer und die Sonne weckt neue Lebensgeister – und bei „Monk“ steht ein Christbaum im Wohnzimmer, oder auf den „Straßen von San Francisco“ kämpfen die Polizisten nicht nur mit Kriminellen, sondern auch mit dem Schnee. Und in den winterlichen Tagen, die wir zur Zeit haben, überraschen amerikanische Krimis mit Sonnenschein und Hitze – dabei ist das Wetter in US-amerikanischen Städten, wenn es nicht in Las Vegas oder Miami spielt, nicht so grundsätzlich anders.
Das kann bei dem neuesten Krimi von Erica Spindler nicht passieren: Der Kriminalfall startet am 11. Januar 2009 und zwar genau um 3:05 Uhr, und am 5. Februar des selben Jahres am späten Vormittag ist alles vorbei: acht Morde und ein gigantischer Internetdiebstahl aufgeklärt und ein lang geplanter Versöhnungsurlaub einer Ermittlerin ausgefallen. Wie ein Tagebuch – ja an manchen Tagen ein Stundenbuch – lesen sich die 437 Seiten mit dem deutschen Titel „Stoßgebet“. Alles wird erklärt, nur dieser deutsche Titel nicht und ich frage mich, warum der Knaur-Verlag es nicht bei dem amerikanischen Titel „breakneck“ belassen konnte – dem Schlüsselwort für den gesamten Plot. Ansonsten bleibt dieser Krimi überraschend spannend – und beinhaltet all die Unwahrscheinlichkeiten, die Krimis gern einmal von der „normalen Arbeit“ der Kriminalbeamten diesseits und jenseits des großen Teichs unterscheiden.
Viel Spaß beim Lesen wünschen
Sandra Wisch und das Team von bibli.com
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